Das Theater

„TiC – Theater im Container“ versteht sich als innovative und „querstehende“ Kultur- und Theaterinitiative, die eine kulturell und gesellschaftspolitisch interessierte Öffentlichkeit ansprechen will und engagiertes, alternatives, gesellschaftspolitisches, modernes und zeitkritisches Theater bieten möchte, das vor allem für die Region gemacht ist, aber auch über die Region hinaus wirken soll.

Die Idee

Der „Container“ soll zugleich Raum für Theater, aber auch inhaltliches Selbstverständnis von Theater sein, „Theater im Container“ ist räumlich nahes und damit herausforderndes Theater. Die Intimität des Raumes, die Nähe zum Publikum und damit auch die Unmittelbarkeit zwischen Schauspielern und Zuschauern schaffen jenen Raum, in dem berührendes, aufrührendes, reflektierendes und trotzdem unterhaltendes Theater möglich wird: unmittelbar und angreifbar. Der Container als Ort, der eingrenzt, beschränkt und beklemmt steht für das Eingrenzende, Beschränkende und Beklemmende im Alltag der heutigen Zeit.

„Theater im Container“, das ist aber auch Programm und Dramaturgie.
TiC – Theater im Container beschränkt sich nicht nur auf den Spielort, sondern ist gleichzeitig auch ein programmatisch-dramaturgischer Ansatz. Deshalb fußt das Konzept von TiC auf der Auswahl von Stücken, die genau jene Grundgefühle und Grundgedanken thematisieren, die die gesellschaftliche und private Befindlichkeit der aktuellen Zeitsituation am Beginn des 2. Jahrtausends kennzeichnen.

Modernes Theater rüttelt auf, macht wach, zeigt auf, provoziert, stellt das Leben in der Risikogesellschaft ungeschminkt dar, lädt zu Auseinandersetzung und Diskussion ein. Die Reflexion der eigenen Biografie wird so vor dem Hintergrund der zunehmenden Komplexität der Wirklichkeit möglicher, der Blick auf das Eigene wird weiter. Dadurch kann das handelnde Subjekt auf jene notwendige Distanz zu sich selbst und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit gehen, die es ihm ermöglicht, seine Position auch als eine Beobachterposition zu erkennen. Insofern leistet modernes Theater auch einen Beitrag zur Konstituierung von Sinn in einer vielfach als sinnentleert empfundene Zeit: Sich selbst, aber auch die herrschenden Zustände und irritierenden Wirklichkeiten besser zu verstehen und begreifen zu lernen.

Ob Tragödie, Komödie – die von TiC geplanten Produktionen zeigen Menschen in ihrer Unzulänglichkeit und Begrenztheit, aber auch im Versuch des Überwindens und des Aufbrechens von persönlichen wie gesellschaftlichen Grenzen. Privaten wie gesellschaftlichen und beruflichen Konventionen ausgeliefert erzählen auch die Personen der zeitkritischen Theaterstücke auf der Bühne im Container Geschichten des Scheiterns und Zerbrechens, des Aufbrechens und Kämpfens sowie des oft chancenlosen Ausbrechens aus Systemen und „Containern“.